Wir sind nicht überrascht. Weder darüber, dass die Cops Gespräche nur nutzten, um uns Lügen zu erzählen, noch dass von Beginn an der Staatsschutz vor Ort war, auch nicht, dass ein Helikopter immer wieder das Gelände aggressiv umflog und erst recht nicht, dass ca. 120 Schläger_innen des Staates innerhalb von Minuten das Gebäude umstellten um 17 jungen Menschen mit gezückten Knüppeln entgegenzutreten. Auch die von der Polizei gestreuten Presselügen, Steine und Flaschen seien geflogen, überraschen uns nicht. Wir wissen, dass die Gewalt von oben ausgeht und deswegen sind die Bullen für uns nichts als brutale, willige Vollstrecker_innen. Sie sollen wissen, dass egal wie lange sie uns (halb-)nackt in Zellen stecken, sie unseren Willen nicht brechen.
Die Bullen sind für uns sexistische Drecksäcke. Wenn sie uns bei Durchsuchungen ekelerregend langsam und gründlich durch den Schritt fahren und weiblichen Genoss_innen auf den Hintern hauen und dies noch mit „Schätzchen“ kommentieren, dann zeigt sich, dass sie sich nur durch HERRschaft definieren. Die Gewalt, die uns Tag für Tag zermürbt wird in einem solchen Moment wie bei der Räumung in Mülheim ersichtlich. Der Staat zeigt seine Fratze.

Diese Räumung, die Falschaussagen der Polizei, die konstruierte Eskalation und die Taktik; das ist nicht nur ein Angriff auf uns, sondern ein Angriff auf alle und eine direkte Kampfansage des Polizeipräsidenten Albers und von jenen, für die er handelt, an die linksradikale und libertäre Bewegung in Köln, in Deutschland und überall auf der Welt. Zu warten, bis sie mit gezückten Waffen vor uns stehen ist keine Option mehr.

Die Räumung eines besetzten Hauses ist nicht der einzige Moment wo sie so auftreten. Sie treten immer so auf! Am selben Tag wurde ein Genosse, der in Münster gegen Faschisten auf die Straße ging, von grün/blauen Faschisten ins Koma geprügelt! Wir sind solidarisch mit ihm und allen, die aus diesem Grund in Münster waren. Wir werden es nicht mehr hinnehmen. Jetzt ist eine neue Stufe der Gewalt erreicht und wir sind uns sicher, dass sie sich bei der Räumung des AZ Köln zeigen wird. Denn obwohl unser Projekt in eine andere Richtung gehen wird, sind und werden wir immer solidarisch mit dem AZ und jedem anderen linken Freiraum sein. Wir sprechen in diesem Zusammenhang schon jetzt von Räumung, weil wir in den Ereignissen der letzten Tage eine Strategie erkennen, die sich gegen alles Linksradikale richtet. In dieser Strategie gibt es keinen Platz mehr für runde Tische und schmeichelnde Floskeln.

Wir fordern die Menschen dazu auf, sich über ihre Position bewusst zu werden. Wo befinden wir uns jetzt? Es gibt keine andere Möglichkeit mehr als den Widerstand zu leben und zwar mit aller Konsequenz.

Sie stellten uns mit dem Rücken an die Wand weil, sie selbst Angst davor haben, an die Wand gestellt zu werden. Wenn sie uns bekämpfen zeigt uns das nur, dass sie uns fürchten und dass wir auf dem richtigen Wege sind.

Bildet Banden, organisiert euch, kriegt die Ärsche hoch !

Kommt am Montag,den 5.3. um 19 Uhr zum Rudolfplatz um gemeinsam widerspenstig zu bleiben.