Hausbesetzung in Köln! Kommt vorbei!

Soeben haben wir ein Haus in Köln-Mülheim besetzt. Wo, das findet ihr hier. Kommt vorbei und unterstützt uns!!!

Auf dieser Seite findet ihr außerdem ein erstes Kommunique samt Video zu unseren Motiven.

Wir versuchen Euch über Twitter auf dem laufenden zu halten:
@squatted2012

Stellungnahme der Besetzer_innen zu den Ereignissen am Samstag den 3.4.2012

Wir sind nicht überrascht. Weder darüber, dass die Cops Gespräche nur nutzten, um uns Lügen zu erzählen, noch dass von Beginn an der Staatsschutz vor Ort war, auch nicht, dass ein Helikopter immer wieder das Gelände aggressiv umflog und erst recht nicht, dass ca. 120 Schläger_innen des Staates innerhalb von Minuten das Gebäude umstellten um 17 jungen Menschen mit gezückten Knüppeln entgegenzutreten. Auch die von der Polizei gestreuten Presselügen, Steine und Flaschen seien geflogen, überraschen uns nicht. Wir wissen, dass die Gewalt von oben ausgeht und deswegen sind die Bullen für uns nichts als brutale, willige Vollstrecker_innen. Sie sollen wissen, dass egal wie lange sie uns (halb-)nackt in Zellen stecken, sie unseren Willen nicht brechen.
Die Bullen sind für uns sexistische Drecksäcke. Wenn sie uns bei Durchsuchungen ekelerregend langsam und gründlich durch den Schritt fahren und weiblichen Genoss_innen auf den Hintern hauen und dies noch mit „Schätzchen“ kommentieren, dann zeigt sich, dass sie sich nur durch HERRschaft definieren. Die Gewalt, die uns Tag für Tag zermürbt wird in einem solchen Moment wie bei der Räumung in Mülheim ersichtlich. Der Staat zeigt seine Fratze.

Diese Räumung, die Falschaussagen der Polizei, die konstruierte Eskalation und die Taktik; das ist nicht nur ein Angriff auf uns, sondern ein Angriff auf alle und eine direkte Kampfansage des Polizeipräsidenten Albers und von jenen, für die er handelt, an die linksradikale und libertäre Bewegung in Köln, in Deutschland und überall auf der Welt. Zu warten, bis sie mit gezückten Waffen vor uns stehen ist keine Option mehr.

Die Räumung eines besetzten Hauses ist nicht der einzige Moment wo sie so auftreten. Sie treten immer so auf! Am selben Tag wurde ein Genosse, der in Münster gegen Faschisten auf die Straße ging, von grün/blauen Faschisten ins Koma geprügelt! Wir sind solidarisch mit ihm und allen, die aus diesem Grund in Münster waren. Wir werden es nicht mehr hinnehmen. Jetzt ist eine neue Stufe der Gewalt erreicht und wir sind uns sicher, dass sie sich bei der Räumung des AZ Köln zeigen wird. Denn obwohl unser Projekt in eine andere Richtung gehen wird, sind und werden wir immer solidarisch mit dem AZ und jedem anderen linken Freiraum sein. Wir sprechen in diesem Zusammenhang schon jetzt von Räumung, weil wir in den Ereignissen der letzten Tage eine Strategie erkennen, die sich gegen alles Linksradikale richtet. In dieser Strategie gibt es keinen Platz mehr für runde Tische und schmeichelnde Floskeln.

Wir fordern die Menschen dazu auf, sich über ihre Position bewusst zu werden. Wo befinden wir uns jetzt? Es gibt keine andere Möglichkeit mehr als den Widerstand zu leben und zwar mit aller Konsequenz.

Sie stellten uns mit dem Rücken an die Wand weil, sie selbst Angst davor haben, an die Wand gestellt zu werden. Wenn sie uns bekämpfen zeigt uns das nur, dass sie uns fürchten und dass wir auf dem richtigen Wege sind.

Bildet Banden, organisiert euch, kriegt die Ärsche hoch !

Kommt am Montag,den 5.3. um 19 Uhr zum Rudolfplatz um gemeinsam widerspenstig zu bleiben.

Zweite Pressemitteilung zur Hausbesetzung in Köln-Mülheim

PM: Besetzer_innen fordern Rückzug der Polizei und Zugang für Unterstützer_innen mit Lebensmitteln und Wasser

Seit gestern Abend haben wir ein leerstehendes Gebäude der Deutz-Werke in der Deutz-Mülheimer-Str. in Köln-Mülheim besetzt, um dort einen Wohn- und Lebensraum für ein neues Kollektiv zu schaffen.

Gemeinsam mit zahlreichen Unterstützer_innen sind wir gestern abend um ca. 20 Uhr in das Gebäude eingezogen und haben mit den ersten Instandsetzungsarbeiten begonnen. Bereits nach kurzer Zeit eilte eine große Zahl Polizeiwagen herbei und umstellte das Areal, kontrollierte Passant_innen und ging mit Hunden, Schlagstöcken und Pfefferspray bewaffnet gegen Unterstützer_innen der Besetzung vor.

Seit diesem Zeitpunkt ist die Deutz-Mülheimer-Strasse, eine wichtige Verbindung zwischen den beiden Kölner Stadtteilen, weiträumig abgesperrt. Zudem wird Unterstützer_innen auch verwehrt Wasser und Lebensmittel zu uns ins Gebäude zu bringen.

Dazu erklärt unsere Sprecherin:

Offiziel behaupten die Bullen, die Absperrungen dienen zum Freihalten von Rettungswegen. Dies ist genauso erlogen, wie angebliche Stein- und Flaschenwürfe, wie Polizist_innen über die Medien behaupten. Tatsächlich sollen wir hier drin ausgehungert und von der Öffentlichkeit abgeschnitten werden.

Die Polizei ist wieder einmal übereifrig den abstrakten Intressen des Kapitals zu dienen. Wenn wir uns durch die Besetzung ein Haus genommen haben, dann um darin zu leben und zu arbeiten und es nicht leerstehen und verotten zu lassen. Wir sehen darin keine Straftat, sondern einen Akt der kollektiven Selbsthilfe gegen Armut, Erwerbs-, Obdach-, und Perspektivlosigkeit im Kapitalismus.

Wir fordern den sofortigen Rückzug der Polizeikräfte, einen Zugang für Unterstützer_innen zu uns ins Haus und die Möglichkeit, Lebensmittel zu uns zu bringen. Zu Gesprächen mit der Eigentümerin des Gebäudes sind wir bereit.

Presseberichte über die Besetzung

Hier ihr einen ersten Überblick über das was die (lokale) Presse über uns schreibt:

Kölnische Rundschau: „Krawalle in Mülheim – Gebäude der Deutz-AG besetzt

Ruhrbarone: “Polizei lässt keine Lebensmittel durch” – Interview mit den Hausbesetzern in Köln-Mülheim

express: „Vermummte besetzen Fabrikhalle in Mülheim

Kölner Stadtanzeiger: „Vermummte besetzen Fabrikhalle

Radio Köln: Hausbesetzer im KHD-Gebäude

Ruhrbarone: “Häuser brauchen einen Zweck” – Neue Besetzung in Köln!

Polizeipressemeldung: POL-K: 120303-1- K Vermummte Personen flüchten in Lagerhalle
hxxp://presseportal.de/polizeipresse/pm/12415/2209307/pol-k-120303-1-k-vermummte-personen-fluechten-in-lagerhalle

Erste Pressemitteilung zur Wohnraumbesetzung in Mülheim-Süd

Am 02.03.2012 wurde ein seit Jahren leerstehendes Gebäude an der Deutz-Mülheimer-Straße besetzt. Dort soll ein Wohn- und Arbeitskollektiv nach dem Vorbild selbstverwalteter, unabhängiger Projekte (beispielsweise der Sozialistischen Selbsthilfe Köln) entstehen. Die Besetzer_innen geben Folgendes dazu ab:

Marktwirtschaftliche Stadtplanung sieht keinen Raum vor für prekarisierte Menschen, Obdachlose und alles, was sich der Norm zu entziehen versucht. Es liegt im Wesen des Kapitalismus, dass immer noch mehr Gewinn erwirtschaftet werden muss und dies geschieht immer mittels der Unterdrückung und Ausbeutung eines Großteils der Menschheit.
Es interessiert uns daher herzlich wenig, wenn die Aneignung von Leerstand seitens Politik und Öffentlichkeit als Straftat behandelt wird. Hausbesetzungen wurden schon immer kriminalisiert. Solche Versuche der Entpolitisierung sprechen angesichts der sich zuspitzenden gesellschaftlichen Umstände Hohn.
Ein leeres Haus dem Spekulationsprozess zu entziehen und es seinem wesentlichen Zweck, der Nutzung als Wohn- und Lebensraum, zuzuführen sehen wir als notwendig an. Wir machen uns keine Illusionen. Uns ist bewusst, dass emanzipatorische und autonome Projekte der herrschenden Politik ein Dorn im Auge sind. Obwohl keine Unterstützung (auch kein Geld) von der Stadt gefordert wird, argumentieren die Parteien mit angeblichen Kosten und gehen massiv gegen linke Initiativen vor.
Der Erhalt unseres Kollektivs würde die Stadt Köln keinen Cent kosten, wir selbst wären nicht mehr von Wohnungsnot und Armut bedroht, nicht mehr abhängig von Hartz4 oder ähnlichem und der Stadtteil wäre um einen sonst so selten gewordenen Ort des sozialen Miteinanders bereichert. Sollte sich die kommunale Politik jedoch weigen, mit uns ins Gespräch zu treten und abermals die Exekutive vorschicken, so werden wir nicht aufhören. Die Polizei kann uns noch so oft räumen; wir besetzen weiter!

Das Tempo bestimmen einzig und allein wir selbst. Wir sind verhandlungsbereit, solange die Aussicht auf Einigung mit der Eigentümerin oder dem Eigentümer besteht. Bis dahin gilt;

Wir lassen uns nicht befrieden, bis wir zufrieden sind.

Kommunique : Wer wir sind und was wir wollen

Wir sind am 02.03.2012 in ein leerstehendes Haus am ehemaligen KHD-Gelände an der Deutz-Mülheimer-Straße eingezogen. Dort entsteht ein Kollektiv; das heißt eine Gruppe von Menschen, die ohne Chef_in zusammen wohnen und arbeiten möchten. Wir wollen selbstbestimmt und selbstverwaltet zusammen leben. Seit den 70ern existiert in Köln bereits ein solches Projekt, die Sozialistische Selbsthilfe Köln. Leider ist der Raum für derartige Initiativen begrenzt. Für uns ergibt sich daraus die Konsequenz, dass wir selbst Initiativen aufbauen müssen. Denn im Kapitalismus werden wir mit täglichen Problemen wie Armut, Obdachlosigkeit, Wohnungsnot und der daraus folgenden Abhängigkeit alleingelassen.

Egal ob Sozialleistungen, Lohnarbeit oder staatliche Infrastruktur; wenn Menschen versuchen, aus diesem vorgefertigten Leben auszubrechen, werden sie kriminalisiert und in die Illegalität getrieben. In einer verzweifelten Situation werden Menschen aus der Sicht des Staates straffällig (auch wir) . Wenn Menschen klauen, weil sie kein Geld haben, wenn sie ein Haus besetzen, weil sie keinen Ort zum leben haben oder wenn sie sich gegen Autoritäten zur Wehr setzen, weil sie von diesen unterdrückt werden, dann sind sie keine Täter_innen. Vielmehr sind die Täter_innen diejenigen, die andere daran hindern, ihre Wünsche, Träume und Hoffnungen zu verwirklichen ergo die herrschende Klasse. Diese Tatsache liegt im Wesen des Kapitalismus. Sein einziger Zweck ist es, immer noch mehr Gewinn zu erzeugen und das geschieht immer mittels Unterdrückung eines Großteils der Menschheit. Wir müssen uns darüber klar werden, damit wir uns nicht unterdrücken und für ihre Zwecke vereinnahmen lassen.

Ein wichtiger Grund warum sich die Menschen nicht gegen die ungerechte Eigentumsverteilung wehren, ist der Knast im Kopf, denn die Angst davor, für seine Handlungen bestraft zu werden verhindert aktives Eingreifen oder schon den Gedanken daran. Gerade weil unser Alltag so unerträglich ist, stellen wir uns um so entschlossener den herrschenden Verhältnissen entgegen. Und ab jetzt nehmen wir uns die Häuser, die gehören sowieso allen! Besitzverhältnisse sind keine Ebene, auf der wir argumentieren, das heißt; es geht nicht darum, wer etwas gekauft hat und nun meint darüber bestimmen zu dürfen. Wer Wohnraum benötigt, sollte sich diesen nehmen. Wir müssen den Knast im Kopf besiegen, indem wir den Schritt wagen, in unbewohnte Häuser einzuziehen. Dies gilt für ausnahmslos alle Menschen, nicht nur für unser eins.

Deshalb soll sich in unserem Projekt jedes Individuum gemeinschaftlich frei entfalten können.

Das geht aber nur, wenn wir uns von den repressiven Konstrukten (die diese Gesellschaft und auch wir täglich reproduzieren) emanzipieren. Deswegen ist dieses Haus auch kein Ort für Sexismus, Homophobie, Rassismus und faschistisches Gedankengut, sowie Diskriminierung aufgrund von Aussehen oder sozialem Stand. Wir stehen zusammen mit allen, die schon heute – egal wo auf der Welt – für die Freiheit und die Emanzipation kämpfen.

Wir haben keinen Bock mehr, davon zu laufen, uns zu bücken und zu dienen. Wir bestimmen unsere Leben jetzt selbst. Kampf dem reaktionärem System !